Rund um unser Haupt-Material: PET-Filz

Abfall oder wertvoller Rohstoff?

Wie alte Flaschen zu stylischen Möbeln werden 😉

Heute wollen wir euch ein Geständnis machen: Wir von Kretho sind echte Filzjunkies! 🤗 Das Material fühlt sich einfach superweich an, lässt sich gut verarbeiten und ist obendrein noch extrem stabil. Doch das Beste ist, der von uns eingesetzte PET-Filz ist auch noch gut für die Umwelt. Warum das so ist, möchten wir euch in unserem heutigen Blog zeigen.

Mannomann! Wie konnte es nur so weit kommen? Sicher habt ihr schon mal die Bilder von vermüllten Meeren, Seen und Flüssen im Fernsehen gesehen. Findet ihr diesen Anblick auch so schockierend wie wir? 😠Gleichzeitig fragen wir uns, wie sich die Situation ändern lässt und wie wir einen Beitrag dazu leisten können. 🌏Aus diesem Gedanken heraus entstand die Idee, umweltfreundliche Möbel zu designen. Also haben wir recherchiert, diskutiert, gefachsimpelt und getüftelt. Et voilà, schon hatten wir das perfekte Material für unser Vorhaben gefunden: Formfilz.

PET-Flaschen als Ausgangsmaterial

Doch was ist das genau? Und wo kommt es her? Ihr werdet es nicht glauben, aber unsere Möbelstücke waren eigentlich mal Flaschen – genauer gesagt PET-Flaschen. Diese durchlaufen nach ihrer Nutzung einen spannenden Wiederverwertungskreislauf und liefern das wertvolle Rohmaterial für unsere Einrichtungselemente.

Aber wie funktioniert das? Nun ja, zunächst muss man wissen, dass die von uns verarbeiteten Flaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) bestehen. Keine Sorge, den Begriff müsst ihr euch nicht merken. 😉 Wichtig ist jedoch, dass es sich dabei um einen thermoplastischen Kunststoff handelt, der nicht biologisch abbaubar ist. Gelangt es als Müll ins Meer, dauert es mehrere Jahrhunderte, bis es sich zersetzt. Ist das nicht krass? 😨

Aus PET wird Filz

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass entleerte PET-Flaschen recycelt werden. Und das geht so: „Zunächst müssen sie nach Farben sortiert, dann zu großen Blöcken zusammengepresst, gereinigt und geschreddert werden. Dabei entstehen viele kleine Schnipsel, die als Basis für unseren Filz dienen“, verrät unser Produktdesigner Konstantin. Diese Schnipsel – auch Kunststoff-Flakes genannt – können nämlich anschließend mithilfe einer Spinnschmelze zu Fasern verarbeitet werden. Dabei werden die Flakes geschmolzen und durch extrem dünne Düsenöffnungen gepresst. So erhalten wir ganz, ganz feine Spinnfasern, die sich anschließend strecken und auf diese Weise zusätzlich verfeinern lassen. Nun können wir sie mit speziellen, schmelzbaren Polyesterfasern mischen, indem wir beide Fasern zusammen durch die Spinnschmelze laufen lassen. Am Ende verpassen wir den Fasern eine kringelige Form, sodass sie miteinander vernadelt werden können und sie sich gegenseitig verhaken. 📍 So entstehen Filzvliesmatten.

Erwärmen, pressen, draufsetzen

Und nun? „Die recht wabbeligen Matten müssen erst einmal in einem Ofen erhitzt werden, bevor man diese weiterverarbeiten und verformen kann“, plaudert Konstantin aus dem Nähkästchen. Dabei schmelze und schrumpfe sie teilweise. „Im aufgewärmten Zustand lässt sie sich dann mithilfe einer starken Presse auf die gewünschte Stärke komprimieren. Unter Druck härtet sie nach ein paar Minuten aus.“ Das Ergebnis kann abhängig von Material und Druck eine ziemlich steife Platte sein, welche noch eine sehr textile Oberfläche mit wohnlichem Charakter aufweist und dadurch eine sehr angenehme Haptik besitzt.

 

Fest und doch flexibel

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wieso man unseren Hocker TAKEoSEAT – der ja auch aus Formfilz besteht – eigentlich falten kann. Immerhin ist der gepresste Rohling hart und nicht verformbar. Doch die Lösung ist ganz einfach: „Falten kann man den Hocker, da wir es geschafft haben, eine dauerhafte Knickstelle technisch darzustellen“, so Konstantin. „In der Konstruktion mit Kunststoff kommen schon seit Langem sogenannte Filmscharniere zum Einsatz, an denen das Material ganz gewollt nur hauchdünn ist und sich dadurch sehr einfach knicken lässt.“

Ihr werdet nicht glauben, was als Vorbild für diese Konstruktion diente: Der Verschluss einer Duschgelflasche. 😂„Diesen haben wir als Inspiration gesehen und uns die Frage gestellt, wie wir ein ähnliches Ergebnis mit Formfilz erreichen können.“ Nach etlichen Versuchen und langer Entwicklung haben unsere Tüftler schließlich einen Weg gefunden, eine Art „Filmscharnier“ in den Formfilz zu bringen, welches sich durch eine hohe Festigkeit und extreme Langlebigkeit auszeichnet. „So erhalten wir an den gewünschten Stellen die Flexibilität, die man benötigt, um den Hocker falten zu können. Das ist der große Vorteil des Materials, den der Hocker clever ausnutzt und der ihn in dieser Form einzigartig macht.“ Übrigens: Die Technik hat sich Kretho bereits patentieren lassen. 😎

Das Ergebnis: Starke Möbel

Jetzt denkt ihr bestimmt: Ein Hocker aus Filz bricht doch zusammen, wenn man sich draufsetzt.🤔  Da können wir euch beruhigen: Der TAKEoSEAT ist extrem stabil. In unserem Testlabor hat man ihn dauerhaft und dynamisch mit 130 Kilogramm belastet und das hat er ohne Probleme geschafft. 💪„Das liegt an der Abwicklung“, erklärt Konstantin. „Wenn der Rohling des Hockers aus der Presse kommt, erhält man eine große Fläche, die man mit wenigen Handgriffen in die gewünschte Form faltet. Zur Stabilität der Sitzfläche stellen sich beim Auffalten des Hockers auf beiden Seiten Stützwände auf, die ihm die nötige Stabilität geben und ein ungewolltes Zusammenklappen verhindern.“

Ihr seht: Mit ein wenig Kreativität und Willenskraft kann man sogar aus alten PET-Flaschen noch etwas Sinnvolles schaffen. Nun hoffen wir, dass wir auf diese Weise einen Beitrag zur Müllreduktion leisten und die Umwelt damit schützen können. Ach ja, solltet ihr die Möbelstücke eines Tages wider Erwarten nicht mehr benötigen, lassen sie sich übrigens recyceln. 😉